Die erste europäische Keramikindustrie war im römischen Reich zu finden. Die sogenannte Terra Sigillata, war im gesamten römischen Reich verbreitet und schon der untere römische Mittelstand leistete sich bereits Bodenziegel. Doch auch aufwendige Mosaike waren sehr beliebt.
Auch die Fußbodenheizungen der Römer basierten auf keramischen und somit hitzebeständigen Werkstoffen. Die rote färbung entstand durch eine kontrollierte Belüftung des Ofens während des Brennvorgangs. Die Schwarze Keramik (Terra Nigra) war dagegen relativ teuer, sie wurde unter Luftabschluss gebrannt und dies war sehr aufwendig, denn mann musste den Brennofen dafür abdichten.
Doch schon viel früher wurden Keramikfliesen als Wandbelag bereits in Ägypten, Mesopotamien und Persien verwendet, besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Schließlich kamen mit den Mauren farbig glasierte Fliesen auch bis nach Spanien und Portugal
Seit dem Jahre 1000 kennt man die ersten keramischen Bodenbeläge in Deutschland. Über die Handelswege der Niederländer, Spanier und Italiener verbreitete sich die Keramik schliesslich über ganz Europa. Mittlerweile war die Herstellung allerdings sehr aufwendig war und teuer, da das technische Wissen der Römer zur industriellen Herstellung verloren gegangen war.
Im Mittelalter wurden Fliesen vor allem als Fußbodenbelag und zur Kaminumrandung genutzt. Diese Tonplatten wurden häufig mit Reliefen verziert oder es wurde andersfarbiger Ton eingelegt, so dass ein zweifarbiges Muster entstand.
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